Verfasst von: emsland | 27. März 2009

Papenburg: Bauunternehmen Bunte übernimmt den ehemaligen Militärflughafen Ahlhorn.

Das Papenburger Bauunternehmen übernimmt den ehemaligen Militärflughafen Ahlhorn.

Papenburg – Die Johann Bunte Bauunternehmung hat Ende der vergangenen Woche den Zuschlag für den Betrieb und die Nutzung des Flughafens Ahlhorn (Landkreis Oldenburg) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA, Bonn) erhalten. Die Papenburger Unternehmensgruppe hat sich damit bei der europaweiten Ausschreibung durchgesetzt. Auf dem 307 Hektar großen Gelände soll ein Flug-, Logistik-, Gewerbe- und Technologiepark entstehen, der eine wirtschaftlich überregionale Strahlkraft entwickeln könne, sagte Manfred Wendt, Sprecher der Bunte-Geschäftsführung, heute bei der Vorstellung der Pläne zusammen mit dem Landrat des Kreises Oldenburg, Frank Eger, in Wildeshausen. Aufgrund der Größe und der guten Anbindung an die Fernverkehrsnetze eröffne das Areal mit rund 248 bestehenden Gebäuden für Gewerbetreibende, Industrie- und Technologieunternehmen sowie Dienstleister vielfältige Möglichkeiten zur Ansiedlung.

Neben dem Ausbau des Areals zum Flug-, Logistik-, Technologie- und Gewerbepark bietet die vorhandene Flughafeninfrastruktur grundsätzlich die Möglichkeit zur Aufnahme ziviler Passagier- und Frachtflüge, sagte Wendt. Er verwies dabei auf die vorhandene funktionstüchtige 2650 Meter lange Start- und Landebahn, die auf mehr als 4000 Meter erweitert werden könne, sowie auf die insgesamt rund 500.000 Quadratmeter großen Vorfeldflächen und fünf Großhangars.

Die Anflugbedingungen für die flugaffinen Nutzer auf dem Gelände sollen verbessert werden. Dazu sei ohnehin eine zivile Fluggenehmigung nötig, die erlangt werden soll. Unter diesen Voraussetzungen könnte der Standort Ahlhorn neben den Flughäfen Bremen und Münster/Osnabrück das bestehende Flughafenangebot auf niedersächsischer Seite bereichern, sagte Wendt.

Das Nutzungskonzept werde in vier Entwicklungsphasen über einen Zeitraum von 15 bis 20 Jahren umgesetzt. In dieser Zeit würden mehrere Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur, der Erschließung von Freiflächen sowie die Sanierung von Bestandsbauten und den Neubau von Gebäuden investiert. „Wir freuen uns auf diese herausfordernde Aufgabe, die in enger Abstimmung mit den Belangen der Region und im ständigen Dialog mit allen Beteiligten erfolgen wird“, sagte Wendt. Ziel des Nutzungskonzeptes sei es, die wirtschaftliche Entwicklung der Region nachhaltig zu stärken. Allein auf dem seit Ende 2005 stillgelegten Militärflughafen der Bundesluftwaffe könnten mehrere hundert qualifizierte Arbeitsplätze durch die Ansiedlung von Firmen entstehen.

Die Verträge mit den bestehenden 14 gewerblichen Mietern sollen erhalten bleiben, sagte der Bunte-Projektleiter Thomas Meiswinkel: „Die auf dem Gelände tätigen Firmen spielen in unserem Betreiberkonzept eine wichtige Rolle.“ Den Unternehmen werde eine langfristige Planungssicherheit garantiert. „Eine unserer ersten Aufgaben wird es sein, mit den bestehenden Mietern deren Vorstellungen und mögliche Expansionspläne mit dem Nutzungskonzept für das Gesamtgelände abzustimmen“, sagte Meiswinkel.

Das Konzept sieht nach seinen Angaben schwerpunktmäßig die fliegerische, logistische, technologische und gewerbliche Nutzung vor. Aber auch regenerative Energieprojekte könnten dort verwirklicht werden. Ideal eigne sich der ehemalige Militärflughafen natürlich für alle Firmen, die im Bereich der Luftfahrtindustrie tätig seien. Mit der Aircraft Maintenance Service GmbH & Co. KG sei bereits seit 2006 ein leistungsstarkes Unternehmen auf dem Gelände tätig, das Passagier- und Frachtflugzeuge unter anderem für Airbus wartet und repariert. „Aufgrund der strategisch erstklassigen Lage und der enormen Größe bietet das Areal aber für viele Unternehmen aus den Bereichen Handel, Verkehrs- und Transportgewerbe, unternehmensnahe Dienstleistungen sowie dem Anlagenbau und der Metallverarbeitung umfangreiche Möglichkeiten“, sagte Meiswinkel.

In den kommenden zwei Jahren werde Bunte zunächst damit beschäftigt sein, die für die Entwicklung notwendigen umfassenden planerischen und baurechtlichen Genehmigungen einzuholen sowie sich um weitere Nutzer zu bemühen. Ein Teil der bestehenden Gebäude solle weiterhin genutzt werden. Von 2012 an werde voraussichtlich der Ausbau der Logistik-, Gewerbe-, Technologie- und Industrieflächen und der dafür nötige Abbruch einiger bestehender Anlagen eingeleitet werden. Zudem werde die gesamte Infrastruktur inklusive der für den Flugverkehr notwendigen Anlagen auf dem Gelände des ehemaligen Militärflughafens ausgebaut. „Bei der Anbindung ist insbesondere eine bessere Erreichbarkeit der nahegelegen Bundesautobahnen 1 und 29 sowie der Ausbau des auf dem Gelände vorhandenen Gleisanschlusses vorgesehen“, erklärte Meiswinkel.

„Das vorliegende Konzept wird den gesamten Wirtschaftsraum nachhaltig beleben und dessen überregionale Bedeutung stärken“, sagte Bunte-Geschäftsführer Wendt. Die Potenziale des Flughafens Ahlhorn würden ideal genutzt und die strategisch günstige Lage des Standortes eröffne als Schnittpunkt auf der wichtigen europäischen Nord-Süd-Verkehrsachse beste wirtschaftliche Perspektiven.


Einen Kommentar hinterlassen

Ihre Antwort:

Kategorien